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Salzburg Highlights - Unternehmensgruppe Dr. Erich Berer

Haus für Mozart

Baugeschichte
Das frühere Kleine Fest­spiel­haus wurde seit seinem Eröff­nungs­jahr 1925 mehrfach umge­baut, 1937 erfol­gte die Drehung des Zuschauer­raumes um 180 Grad, wodurch ein Büh­nen­hau­san­bau notwendig wurde. Um diesen durchzuführen, ließ Lan­deshaupt­mann Franz Rehrl sein Geburtshaus im Toscanini­hof abreißen.
Benno von Arent gestal­tete 1939 das Fest­spiel­haus um und erset­zte die Holzverklei­dung durch eine gold­verzierte Gips­decke. Der Zuschauer­raum hatte eine Länge von ca. 55 Metern. Die ungün­sti­gen Sicht– und Akustikbe­din­gun­gen erforderten einen weit­eren Umbau in den Jahren 196263. Die Salzburger Architek­ten Hans Hof­mann und Erich Engels ver­liehen dem Saal die Gestalt, die er bis zum 31. August 2004 hatte.

Das Haus für Mozart

Alle 22 Opern, die Wolf­gang Amadeus Mozart kom­poniert hat, von den frühen Singspie­len und musik­the­atralis­chen Frag­menten bis zu den weltweit bejubel­ten Meis­ter­w­erken, wur­den im Jahr 2006 bei den Salzburger Fest­spie­len aufge­führt: unser Präsent zum 250. Geburt­stag des großen Sohnes dieser Stadt. Der Spielplan für das Mozart-​Jahr stellte eine enorme Her­aus­forderung dar, kün­st­lerisch wie organ­isatorisch. Denn es galt nicht nur, die besten Diri­gen­ten, Regis­seure und Sänger zu verpflichten, son­dern auch die Frage der Spiel­stät­ten zu klären: Was kann wo gespielt wer­den?

Seit vie­len Jahren haben die Salzburger Fest­spiele den Plan ver­folgt, ein „Haus für Mozart“ zu schaf­fen, das den Büh­nen­werken des Kom­pon­is­ten in jeder Hin­sicht Rech­nung trägt: mit einer opti­malen Akustik und besten Sichtver­hält­nis­sen von allen Plätzen aus. Jede und noch die leis­este Pianissimo-​Nuance soll man hier hören und in die Gesichter der Darsteller sehen, ihr Mienen­spiel ver­fol­gen kön­nen. Mit der dazu erforder­lichen Intim­ität des Raums muss aber zugle­ich eine aus­re­ichende Sitzka­paz­ität ein­her gehen, denn Mozarts Musik hat viele Fre­unde…

Was wie eine Quad­ratur des Kreises anmuten mag, hat das Architek­ten­team Holzbauer & Valentiny voll­bracht: Das bish­erige Kleine Fest­spiel­haus wurde in drei Bauphasen seit dem Sep­tem­ber 2003 in ein „Haus für Mozart“ umge­wan­delt, das allen genan­nten Anforderun­gen gerecht wird.

Das Audi­to­rium
Der Zuschauer­raum des Kleinen Fest­spiel­hauses wurde ver­bre­it­ert, verkürzt und abge­senkt. Zwei neue Zuschauer­ränge wur­den geschaf­fen, die auf bei­den Seiten des Saales bis zur Bühne reichen. Dadurch wird der schöné Effekt erre­icht, dass nicht kahle Wände, son­dern fes­tlich ges­timmte Men­schen von drei Seiten die Bühne umrah­men. Im „Haus für Mozart“ finden kün­ftig bis zu 1.580 Men­schen Platz, es gibt 1.495 Sitz­plätze und 85 Steh­plätze.

Die Foyer­bere­iche
Wesentlich verän­dert gegenüber dem früheren Kleinen Fest­spiel­haus haben sich auch die Foyer­bere­iche. Durch hohe, stock­w­erküber­greifende Fen­ster öffnet sich im Haupt­foyer der Blick zum Stadt­bild hin – im Gegen­zug wirkt abends der hell beleuchtete Innen­raum des The­aters nach außen. Wesentlich geprägt wird das Haupt­foyer durch eine 17 Meter hohe ver­gold­ete Lamel­len­wand, durch deren Öffnung ein aus Swarovski –Kristallen geschaf­fener Mozartkopf zu sehen ist. Die dem Saal­bau vorge­lagerte Ter­rasse war seit ihrer Errich­tung im Jahr 1924 niemals für das Pub­likum zugänglich: Mit dem Neubau ist sie nun Teil der Pausen­foy­ers gewor­den. Die darunter liegende Arkade wurde ver­glast und ermöglicht eine Öffnung des Audi­to­ri­ums von zwei Seiten statt wie bisher nur von einer. Damit kann man erst­mals direkt aus dem Fest­spiel­haus in die prächtige Stadt­land­schaft treten.

Die SalzburgKulisse
Zu einem großen Anziehungspunkt dürfte die neue Fest­spiel­lounge auf dem Dach avancieren, die SalzburgKulisse: Schon der Name deutet die prachtvolle Aus­sicht an, die sich dort auf die Salzburger Alt­stadt und in das Salzach­tal bietet. Die Ausstat­tung dieser Lounge besteht aus mit Birn­baumholz verklei­de­ten Wän­den, die Gob­elins in den Nis­chen stam­men von Anton Kolig, einem Zeitgenossen Anton Fais­tauers.

Das Faistauer-​Foyer
Zu einem Juwel des neuen Hauses ist das Faistauer-​Foyer gewor­den: Die berühmten Fresken dieses Raumes, die der Salzburger Maler Anton Fais­tauer 1926 geschaf­fen hat, wur­den nach dem Ein­marsch der Nazis ent­fernt, teil­weise auch mutwillig zer­stört, und kon­nten erst 1956 wieder ange­bracht wer­den. Zur Eröff­nung des Hauses für Mozart wur­den sie grundle­gend restau­ri­ert und der Raum überdies architek­tonisch in seine his­torische Gestalt zurück­ge­führt.

Die Außen­fas­sade
Bei der Außen­fas­sade ist das Holzmeis­ter­sche Ensem­ble aus den Jahren 1924/​37 in seinen Pro­por­tio­nen erhal­ten geblieben. Bes­timmt wird der optis­che Ein­druck der Fas­sade von den repräsen­ta­tiven Saalaus­gän­gen zur Ter­rasse, die der Bild­hauer Josef Zenz­maier gestal­tet hat: Er schuf große Bronz­ere­liefs, die ober­halb der Por­tale ange­bracht wur­den und Szenen aus Mozarts „Le nozze di Figaro“, „Don Gio­vanni“ und „Die Zauber­flöte“ zum Gegen­stand haben. Die Stein­masken von Jakob Adl­hart ste­hen jetzt gut sicht­bar vor dem Entrée des Hauses: unter dem neuen, mit Blattgold aus­gelegten und weit aus­ra­gen­den Beton­dach. Im gesamten Haus kon­trastieren grob gespritzte Betonober­flächen mit feinem Blattgold und erzeu­gen eine ästhetis­che Span­nung.

Toscanini­hof
Zur Hin­ter­bühne hin öffnet sich ein großes Eisen­tor in den Toscanini­hof. Die außen links und rechts davon ange­brachten sechs Beton­re­liefs „Masken­hal­tende Genien“ wur­den 1938 abgek­lopft, im Jahr 1979 aber von ihrem Schöpfer Jakob Adl­hart wieder rekon­stru­iert. Darüber ist eine Orgel ange­bracht, die vor dem Bau des Großen Fest­spiel­hauses in den Schlechtwet­ter­vorstel­lun­gen des „Jed­er­mann“ bespielt wurde.